Im Kanton Zug gibt es zahlreiche sich optimal ergänzende Organisationen, die im Sozial- und Gesundheitsbereich tätig sind. Pro Senectute kooperiert mit verschiedenen Partnerinnen, um eine ganzheitliche Versorgung sicherzustellen. In den kommenden Ausgaben des Horizonte Magazins möchten wir unseren Leserinnen und Lesern unsere Partnerorganisationen näher vorstellen. Den Auftakt bildet ein Gespräch mit Carina Brüngger, Geschäftsführerin der Spitex Kanton Zug.

Frau Brüngger, Sie leiten seit 2019 die Spitex Kanton Zug mit über 300 Mitarbeitenden. Was hat Sie dazu motiviert, diese anspruchsvolle Führungsaufgabe zu übernehmen?

Es hat mich gereizt, mit einer sinnstiftenden Aufgabe einen Beitrag an die Gesellschaft leisten zu können.

Welche sind die grössten Herausforderungen bei der Leitung einer so grossen Gesundheitsorganisation?

Der Fachkräftemangel. Und zwar nicht nur in der Pflege, sondern auch in der Hauswirtschaft und Betreuung.

Welche Strategien verfolgen Sie, um trotzdem genügend qualifizierte Pflegekräfte zu gewinnen und langfristig zu binden?

Wichtig sind attraktive Anstellungsbedingungen. Dazu zählen nebst den finanziellen Aspekten auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – beispielsweise für Quer- und Wiedereinsteigerinnen – sowie weiche Faktoren wie Wertschätzung, gegenseitige Rücksichtnahme usw. Zufriedene Mitarbeitende motivieren oft auch neue Mitarbeitende aus ihrem Umfeld.

Auch Pro Senectute bietet „Hilfen zu Hause“ und Alltagsassistenz an. In welchen Bereichen arbeiten Ihre Organisationen zusammen, und welche Synergien ergeben sich daraus für die betreuten Personen?

Pro Senectute und Spitex sind oft bei gleichen Kundinnen und Kunden tätig, indem PS die Grundpflege und Spitex die medizinischen Leistungen erbringt. Dieses duale System wird sehr geschätzt.

Digitalisierung gewinnt in der Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung. Wie können technologische Innovationen die häusliche Pflege verbessern und effizienter gestalten?

Elektronische Patientendossiers würden viel helfen und unsere Arbeit effizienter machen, indem z.B. Medikamentenpläne hinterlegt werden könnten. Bei der Touren- und Einsatzplanung arbeiten wir bereits heute mit moderner Technik.

Sie engagieren sich nicht nur als Geschäftsführerin der Spitex Kanton Zug, sondern auch als Kantonsrätin. Wo sehen Sie den grössten Herausforderungen im Gesundheitsbereich?

Unser ausgezeichnetes Gesundheitssystem hat seinen Preis. Der stetigen Kostenentwicklung können wir nur mit einer nachhaltigen, effizienten Gesundheitspolitik entgegentreten. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre eben zum Beispiel die Einführung von Patientendossiers.

Welche Entwicklungen erwarten Sie für die Spitex Kanton Zug in den kommenden Jahren? Gibt es langfristige Strategien oder Projekte, die Sie besonders vorantreiben möchten?

Wir hinterfragen unsere Arbeit ständig und suchen nach Verbesserungsprozessen, vor allem in der Administration. Denn die Zeit, die wir hier gewinnen, kommt unseren Kundinnen und Kunden zugute.

Die steigende Nachfrage nach häuslicher Pflege und der gleichzeitige Fachkräftemangel sind nicht immer in Einklang zu bringen. Wie gelingt es Ihnen persönlich, mit dieser hohen Belastung umzugehen?

Ich schlafe trotz grossen Herausforderungen gut. Um die über 700 Einsätze pro Tag leisten zu können, müssen wir oft Mitarbeitende aus ihrer Freizeit holen. Dies empfinde ich als belastend.

Frau Brüngger, wir danken Ihnen herzlich für das aufschlussreiche Gespräch und wünschen Ihnen sowie der Spitex Kanton Zug weiterhin viel Erfolg!